Oben thront das grosse M, überall stehen gefüllte orangefarbene Einkaufskörbchen, in den Regalen reihen sich Schweizer Kultprodukte wie der Migros Ice Tea und das nostalgische Spülmittel «Handy»: Ein Umzugswagen, liebevoll dekoriert als Migros! Darum herum eine ganze Schar grosser und kleiner Wichtel, mit denen die Wartauer Umzugsgruppe den bekannten Migros-Werbestar Finn zum Leben erwecken. Mit goldig glänzenden Aluminiumschüsseln auf dem Kopf und einem rotleuchtenden Lämpchen ausgestattet, machen sie das typische «Miip» beim Scannen an der Kasse fast hörbar. Mittendrin das Organisationskomitee der Wartauer Fasnacht Wa-Fa originell verkleidet als Ovomaltine, Elmer Citro, Zweifel Chips oder El Tony Mate. «Gmacht im Schwiizerland» soll die Vielfalt, Kreativität und das typisch Schweizerische feiern – also all das, was unsere Heimat einzigartig macht!», erklärt der Wa-Fa-Präsident Moritz Nänni.
Nach rund 20 Jahren gibt es eine grössere Programmänderung an der Wartauer Fasnacht: Der grosse Fasnachtsumzug wird von Sonntag auf Samstag verlegt, um das Programm attraktiver und flüssiger zu gestalten. Die Änderung zeigt bereits Wirkung: «Während sich in den Vorjahren etwa 25 Gruppen angemeldet haben, sind es dieses Jahr schon fast 40», freut sich der Wa-Fa-Präsident. Die Wartauer Fasnacht beginnt wie in den vergangenen Jahren am Freitag mit der Beizenfasnacht und dem Maskenball im Festzelt, inklusive Prämierung und Livemusik.
20. Februar: Fiirobig-Fasnacht
21. Februar: Fasnachtssamstig
Ebenfalls neu: Am Samstag wird dieses Jahr erstmals durchgehend eine Festwirtschaft im Zelt betrieben. Damit die Wartauer Fasnacht so reibungslos und erfolgreich über die Bühne gehen kann, bedarf es der tatkräftigen Unterstützung zahlreicher Vereine und Gruppen – allen voran die heimische Guggenmusik «Moosfürz», der TV Azmoos, der Turnverein Oberschan, der Damenturnverein Weite, die Knabengesellschaft Azmoos und der FC Trübbach. Sie alle packen an, helfen beim Aufbau, Barbetrieb und aufräumen und tragen so massgeblich zum Gelingen der Wartauer Fasnacht bei. «Die Fasnacht ist weit mehr als nur ein Fest», betont Moritz Nänni. «Sie fördert den Zusammenhalt im Dorf, verbindet Generationen und bietet Raum für Humor und Ausgelassenheit.» Einen persönlichen Höhepunkt zu benennen, fällt ihm deshalb schwer: «Mich stimmt jedes Jahr zufrieden, wenn alles reibungslos abläuft, die Besucher eine sorglose Zeit bei uns haben und mit einem Lächeln von der Wartauer Fasnacht nach Hause gehen.»
Die Wartauer Fasnacht wurde 2005 auf Initiative der «Gugga Moosfürz» wiederbelebt. Verschiedene Vereine und Gastrobetriebe der Gemeinde trafen sich damals im «Hirschen» in der Weite, um den Grundstein für die heutige Wartauer Fasnacht zu legen. Ziel war es, das alte Brauchtum der Fasnachtszeit in Wartau wieder aufleben zu lassen und mit frischen Ideen neu zu beleben. Das damalige Organisationskomitee war von Anfang an breit aufgestellt: Vertreter der «Moosfürz», der Gemeinde, der Gastronomie, des FC Trübbach, des Damenturnvereins Weite, der Fasnachtsgesellschaft sowie zwei engagierte Fasnachtsfreunde schlossen sich zusammen.
Von Beginn an war es dem OK ein grosses Anliegen, auf die Anwohner Rücksicht zu nehmen, gesetzliche Weisungen und Richtlinien einzuhalten, den Jugendschutz zu gewährleisten und sich für Sicherheit und Ordnung einzusetzen. Dieses verantwortungsvolle Vorgehen führte zu einer hohen Akzeptanz in der Bevölkerung und einer grosszügigen Unterstützung aus verschiedensten Kreisen der Region. «Der Erfolg machte es möglich, die Wartauer Fasnacht stetig weiterzuentwickeln, junge und engagierte Menschen in den Vorstand einzubinden und neue Ideen umzusetzen», sagt Gründungsmitglied und langjähriger ehemaliger OK-Präsident Rolf Hobi.

Rolf Hobi (vorne, 2. von links) bei der Gründung der Wartauer Fasnacht vor rund 20 Jahren.
Rolf Hobi hat die Wartauer Fasnacht in den vergangenen 20 Jahren massgeblich geprägt und entscheidend zum Erfolg beigetragen. Als Gründer und langjähriger Präsident hat er mit unermüdlichem Engagement und Herzblut den Grundstein für das heutige närrische Treiben gelegt. Noch heute ist er als Mitglied und Helfer dabei und geniesst die Fasnacht nach eigenen Aussagen mehr denn je – sei es als Butzi am Maskenball, als Nini am Kindermaskenball oder mit seiner Familie als «Egga Hobi Mäuse» am Umzug.
Zu seinen persönlichen Höhepunkten als «pensionierter Obernarr», wie er sich selbst scherzhaft nennt, gehört die Grundidee, mit vereinten Kräften und Ideen, dem nötigen Respekt, Weitblick und Verantwortung etwas für den Erhalt eines bedeutenden Brauchtums zu schaffen. «Mein grösster Lohn sind die unzähligen Freundschaften, die gelebte Kameradschaft unter Vereinen und Gästen, die Freude und die glänzenden Kinderaugen – und natürlich das Bewusstsein, dass man mit seiner Wenigkeit einen Teil zum Erfolg der Wa-Fa beigetragen hat», sagt «Rölfli». Er wünscht seinen Nachfolgern im Wa-Fa-OK und Fasnachtsfreunden in der ganzen Region für die nächsten 20 Jahren denselben Antrieb und dieselbe Freude am närrischen Treiben, die er in seinen jungen Jahren selbst erleben durfte: «Einmal Wa-Fa, immer Wa-Fa! Wer ein Herzblut-Fasnächtler ist, wird es immer lieben!»
Jetzt die Wartauer Fasnacht persönlich erleben: www.wa-fa.ch